Monatsarchiv für Juli 2010

Was macht gute “Erstlese-Bücher” aus?

Dienstag, den 27. Juli 2010

Gerade für Lese-Anfänger ist es wichtig, dass sie beim Lesen Erfolg erleben und ihnen das Lesen Freude macht. Woran kann man geeignete Texte erkennen?

Peter Conrady, ehem. Professor am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Uni Dortmund und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Lehrerzeitschrift “Praxis Grundschule” nennt Kriterien:
Zum Beispiel sei es wichtig, “…immer eine inhaltlich zusammenhängende Geschichte zu haben, die durch Handlungen strukturiert ist…”. Und: “Als Identifikationsfigur sollte ein Kind - etwa im Alter der Leserin oder des Lesers - zentral agieren.”

Außerdem werden eine Reihe von sprachlichen Aspekten genannt, die das Lesen und Verstehen erleichtern (z.B. klare und eindeutige Bedeutung des Textinhalts, regelhafter Satzbau, Vermeidung schwieriger Satzkonstruktionen), Aspekte der Textgliederung, der Textdarstellung und der Illustration.

Den ganzen Artikel kann man über folgenden Link beziehen: Peter Conrady: Lesespaß für Kinder. In: Praxis Grundschule 2-2010, S. 4-6.

Deutsch als Zweitsprache: Sogar Jugendliche lernen mit Lesebaum-Büchern!

Dienstag, den 27. Juli 2010

Der Lesebaum ist als Leselern-Buchprogramm natürlich für Kinder im Grundschulalter gedacht, aber vielleicht könnte man die Lesebaum-Bücher auch dazu verwenden, Jugendlichen beim Deutsch-Lernen zu helfen? Frau Kimberly Ann Grobholz von LeseHund München hat es ausprobiert und mir per E-Mail von ihren Erfahrungen berichtet:

„Ich hatte eine Gruppe von 6 neuen Jugendlichen: 2 Mädchen aus Burma und Thailand, 2 Jungs aus Somalia, einer aus Afghanistan und einer aus Irak. Alle erst seit einer Woche in Deutschland und voller Eifer, ihre neue Sprache zu lernen.“
Diesen Jugendlichen, 14 bis 17 Jahre alt, gab sie in der Förderstunde die Lesebaum-Bücher der Reihe „Erste Sätze“ (Ebene 1+). Zuerst war sie etwas besorgt gewesen, ob die Jugendlichen die Bücher vielleicht ablehnen würden, aber es kam ganz anders: „Sie waren absolut begeistert von den Geschichten, da sie auf so klare Weise verständlich waren - es war, ganz anders als ich erwartet habe, kein Hindernis, daß die Geschichten mehr für Kinder waren. Diese Aufmachung fanden sie eher niedlich und animierte sie sehr. Daß Floppy Tammy so ähnelt, war perfekt und hat viel Lachen und Freude ausgelöst.“ Zur Erläuterung: Der Hund Floppy ist eine Figur aus den Lesebaum-Geschichten, und Tammy ist Frau Grobholz‘ Hund, der sie beim Förderunterricht als „Lesehund“ begleitet.

Einige Tage später ein neuer kurzer Bericht: „Heute hatte ich wieder meine Migranten-Gruppe in der Hauptschule. Wir bekamen Zuwachs seit letzter Woche - ein Junge aus Bangladesch. 6 Kinder, 5 Nationen. Es hat allen großen Spaß gemacht (mich inklusiv), in den Heften wieder zu arbeiten. Jeder konnte wenigstens IRGENDEINE Antwort geben - alle gingen zufrieden zurück in ihre Klasse wo, ich glaube, sie gar nicht so viel Erfolg erleben, was traurig ist.“

Meine besten Wünsche, Frau Grobholz, für Ihre weitere Leseförder-Arbeit und den Jugendlichen viel Erfolg beim Deutsch-Lernen und viel Spaß mit Floppy und Co!

Ehrenamtliche Leseförderung mit dem Lesebaum

Montag, den 12. Juli 2010

“Die Lesehunde hören Lesebaum” lautete der Betreff einer E-Mail, die ich kürzlich aus München erhielt. Frau Kimberly Ann Grobholz, die mit ihrem Hund Tammy bei LeseHund München aktiv ist, hatte nämlich erstmals in ihren ehrenamtlichen Leseförder-Stunden Lesebaum-Bücher ausprobiert. Sie war so zufrieden und begeistert, dass sie mir gleich berichtete, wie gut die Kinder mit den Büchern zurechtkämen und wie viel Spaß sie an den Geschichten hätten. Das freut mich natürlich sehr!

Gerade für die ehrenamtliche Leseförderung ist es ausgesprochen praktisch, dass der Lesebaum ein so systematisch aufgebautes Leselern-Buchprogramm ist. Die Kinder lesen einfach alle sechs Bücher einer Reihe (= gleicher Schwierigkeitsgrad), dann machen sie mit einer Buchreihe der nächsten Lese-Ebene weiter, die einen leicht höheren Schwierigkeitsgrad hat und auch wieder sechs Bücher (auf einigen Ebenen auch 12 Bücher) zum Üben bietet. So werden die Lesefertigkeiten kontinuierlich gesteigert.

Natürlich ist dieses System auch für die Lesehelfer praktisch. Folgen Sie der Farbkodierung und lassen Sie die Kinder einfach ein Buch nach dem anderen lesen. Sie haben keine Mühe mehr damit, geeignete Bücher zu suchen und zu kombinieren, sondern können sich ganz auf die Lese-Stunden konzentrieren!

Hier gibts Tipps für die Leseförder-Arbeit mit dem Lesebaum zum Herunterladen.